Daten & Fakten zu Hauptgutarten

Einmal mehr zeigt sich die Stärke des Geschäftsmodells des Rostocker Überseehafens als größter Universalhafen an der deutschen Ostseeküste, indem in gesamtwirtschaftlich etwas schwächeren Phasen temporäre Umschlagrückgänge einzelner Gutarten durch Wachstum in anderen Segmenten ausgeglichen werden können. Im Überseehafen Rostock gingen im Jahr 2020 insgesamt 25,1 Millionen Tonnen Fracht über die Kaikanten. Das entspricht einem leichten Rückgang von 600.000 Tonnen bzw. zwei Prozent im Vergleich zum Vorjahresergebnis. 

Fähr- und RoRo-Güter

Das Fährterminal verfügt über fünf Anleger. Der Liegeplatz 64 ist auch für die Abfertigung von Eisenbahnwaggons ausgerüstet. Die Trajektion von Eisenbahnwaggon von und nach Trelleborg stieg erfreulicherweise weiter an: von 18.388 auf 19.205 Einheiten (+ 4 %). Der Überseehafen Rostock ist ein bedeutender Eisenbahnhafen an der deutschen Ostseeküste. Der Modal-Split-Anteil der Bahn am Hafenhinterlandverkehr beträgt rund 20 Prozent.

Vom Fährterminal führt eine Hochstraße direkt zu den Autobahnen A19/ A20.

Mit den in unmittelbarer Nähe gelegenen RoRo-Terminal mit vier Liegeplätzen und dem Terminal für Kombinierten Ladungsverkehr bietet der Hafen sowohl für die Linien- als auch für die Trampschifffahrt beste Abfertigungsbedingungen.

Ausbau und Modernisierung

Aus- und Neubau

Liegeplätze 62, 63 und 50

 

Um Schiffe mit einer Länge von bis zu 220 bzw. 250 Metern im Fähr- und RoRo-Bereich abfertigen zu können, wurden die Liegeplätze 62 und 63 umgebaut.

Durch die Erneuerung der Querkai und dem Bau von zwei 37 Meter breiten Rampen am Hafenbecken A im Bereich des Liegeplatzes 50 können auch hier RoRo-Schiffe mit einer Länge von bis zu 250 Meter anlegen und umschlagen.

 

Umschlag der Fähr- und RoRo-Güter 2020

15,3 Mio t

Gesamtumschlag

 

Bei der rollenden Ladung, den Fähr- und RoRo-Gütern, war das Ergebnis im Jahr 2020 rückläufig. Insgesamt nahm die Menge um 900.000 Tonnen auf 15,3 Millionen Tonnen (- 6 %) ab.

Der Anteil rollender Fracht am Gesamtumschlag des Überseehafens Rostock betrug damit im vergangenen Jahr 61 Prozent.

 

Umschlag Trucks und Trailer

126.183

Umgeschlagener Trailer

 

Die Zahl der auf den Fähr- und RoRo-Verbindungen von und nach Nordeuropa beförderten Lkw-Einheiten nahm nur leicht ab: von 379.812 im Jahr 2019 auf 367.927 im vergangenen Jahr. Das ist ein Minus von 3 Prozent. Hingegen nahm die Anzahl umgeschlagener Trailer sogar zu: von 125.306 auf 126.183 im zurückliegenden Jahr.

 

Abfertigung Fährpassagiere 2020

41 bzw. 48 Prozent

Rückgang

 

Ein coronabedingt sehr starker Rückgang von 41 Prozent auf 327.000 war bei der Anzahl der beförderten Pkw und Wohnmobile zu verzeichnen.

Mit 1,37 Millionen Passagieren auf den Fährlinien nach Nordeuropa konnte nur etwas mehr als die Hälfte der Vorjahresanzahl erreicht werden.

 

Umschlag Papier und Zellulose 2020

17 Prozent

Rückgang

 

Im Jahr 2020 wurden 625.000 Tonnen Papier und Zellulose im Überseehafen umgeschlagen und damit 110.000 Tonnen weniger als im Vorjahr.

 

Eisenbahnwaggon

4 Prozent

Steigerung

 

Die Trajektion von Eisenbahnwaggon von und nach Trelleborg stieg erfreulicherweise weiter an: von 18.388 auf 19.205 Einheiten (+ 4 %).

Der Überseehafen Rostock ist ein bedeutender Eisenbahnhafen an der deutschen Ostseeküste. Der Modal-Split-Anteil der Bahn am Hafenhinterlandverkehr beträgt rund 20 Prozent.

 

Kombinierter Ladungsverkehr

Das leistungsstarke Umschlagterminal für Schienen-, Straßen- und Schiffsgüter erstreckt sich auf etwa 70.000 Quadratmetern.

Insgesamt fünf Gleise werden durch zwei kurventaugliche Portalkräne bedient, jeder mit einem Gewicht von 500 Tonnen, einer Höhe von 35 Meter und einer Spannweite von 76,5 Meter. Der Hafenplatz Rostock ist damit für weitere Mengenentwicklungen bei der rollenden Ladung gerüstet.

Der Umschlag intermodaler Ladeeinheiten im Kombinierten Ladungsverkehr (KV) im Überseehafen Rostock stieg im Jahr 2020 eindrucksvoll auf 94.800 Einheiten (plus 7 Prozent). Derzeit verkehren wöchentlich 35 Kombiverkehrszüge von und nach Verona (18) in Italien, Brünn (3) in der Tschechischen Republik, Bratislava (2) in der Slowakei, Dresden (5, vormals Lovosice), Wuppertal (2) und Halle (1) in Deutschland, Bettembourg (3) in Luxemburg, sowie Curtici (1) in Rumänien.

Erfreulich ist die Entwicklung auf dem Seidenstraßenkorridor, die ein kontinuierliches Wachstum im ersten Jahr erfuhr und weiteres Potential für den Schienengüterverkehr bietet. So trugen auch die Seidenstraßenverkehre zu den Mengensteigerungen im Kombinierten Verkehr bei. Zusätzliche China-Mengen über Rostock stabilisieren bestehende und ermöglichen neue KV-Produkte. Über den Hub Rostock erhalten China-Verkehre derzeit Anbindung zum Beispiel ins Ruhrgebiet, die Niederlande, Nordeuropa, Italien und Tschechien.

Umschlag intermodaler Ladeeinheiten 2020

7 Prozent

Steigerung

 

Der Umschlag intermodaler Ladeeinheiten im Kombinierten Ladungsverkehr (KV) im Überseehafen Rostock stieg im Jahr 2020 eindrucksvoll auf 94.800 Einheiten (plus 7 Prozent)

 

Schüttgüter

An den Liegeplätzen 23 und 24 können täglich bis zu 20.000 Tonnen Kohle gelöscht werden. Der 270 Meter lange Liegeplatz 23 ist bis Ende 2019 erneuert worden. Im ersten Halbjahr 2020 wurden noch Flächen- und Gleisbauarbeiten sowie die Baggerung auf eine Wassertiefe von 14,50 Meter ausgeführt. Im Zuge der Baumaßnahmen wurde die Flächenbelastbarkeit der Kaianlage von zwei auf fünf Tonnen pro Quadratmeter erhöht. Der Neubau und die Vertiefung des Nachbarliegeplatzes 24 wurde zwischenzeitlich EU-weit zur Planung ausgeschrieben. Für das Entladen von Seekies, Kalkstein, Splitt und Torf (Liegeplatz 22) werden Brückenkrane benutzt. Zentrum von Pier III ist eine Lagerfläche für 300.000 Tonnen Steinkohle. Über Förderbänder wird die Versorgung des benachbarten 500-MW-Steinkohle-Kraftwerkes garantiert. Am Liegeplatz 21 befinden sich eine Aufbereitungsanlage für Seekies und Lagerflächen für Baustoffe, Agrarprodukte, Dünger und andere Schüttgüter. Der Umschlag erfolgt mit einem Hafenmobilkran mit einer Hubleistung von bis zu 84 Tonnen.

Für Schüttgüter stehen im Hafen insgesamt 420.000 Quadratmeter Freilager und 55.000 Quadratmeter gedeckte Lager zur Verfügung.

Neben dem Umschlag von Kohle gehören vor allem Baustoffe, Düngemittel und Getreide zu den bedeutendsten Schüttgütern im Rostocker Hafen.

Schüttgutumschlag 2020

14 Prozent

Steigerung

 

Der Schüttgutumschlag lag 2020 mit insgesamt 6,75 Millionen Tonnen enorme 14 Prozent über dem Niveau des Vorjahres. Insbesondere der Umschlag von Weizen verzeichnete Zuwächse.

 

Stückgut, Schwergut & Container

Stückgut

Pier II ist das Herz des Stückgutumschlags. Hier gehen vorwiegend Metalle, Forstprodukte und Projektladungen aber auch Container über die Kaikanten. Geprägt wird das Bild von Pier II vor allem durch den Umschlag von Windkraftanlagen.

Krananlagen mit einer Tragkraft von bis zu 100 Tonnen sorgen für den schnellen Umschlag von Gütern. Seit Mitte 2019 können hier durch den Einsatz von zwei neuen Hafenmobilkränen im Tandem Güter von bis zu knapp 300 Tonnen verladen werden. Des Weiteren stehen am Liegeplatz 16 zwei Kräne zum Be- und Entladen bereit, die wahlweise mit Haken oder Greifern ausgerüstet werden können. Hier werden unter anderem auch Bleche und Rohre für die EEW Special Pipe Construction GmbH umgeschlagen.

Drei solide Kaihallen von je 360 Meter Länge, die über einen land- und wasserseitigen Gleis- und Straßenanschluss verfügen, werden für den Umschlag und die Lagerung genutzt. Insgesamt stehen im Seehafen Rostock 600.000 Quadratmeter Freiflächen sowie 120.000 Quadratmeter gedeckte Lager für Stückgüter zur Verfügung.

 

Schwergut

Der Hafen verfügt mit den Liegeplätzen 10, 25 und 15 über drei Liegeplätze für den Umschlag besonders großer und schwerer Güter. Im Bereich des Liegeplatzes 15 wurden die Schwerlastflächen durch die ROSTOCK PORT GmbH weiter ertüchtigt. Hier entstand ein spezieller Kai mit schwerlastfähiger Schienenfahrbahn für einen Kran der Firma Liebherr mit einer Hubleistung von bis zu 1.600 Tonnen, der Mitte 2019 in Betrieb ging. Damit verbessern sich die Möglichkeiten für den Umschlag extrem schwerer Projektladungen, aber auch die Attraktivität des Standortes für weitere Ansiedlungen von Unternehmen für die Produktion und Montage von Schwergütern.

 

Container

Eine überaus positive Entwicklung konnte im Bereich des Containerumschlags verzeichnet werden. Wachstumstreiber sind insbesondere die Container, die auf der Seidenstraße zwischen China und Europa per Bahn und zwischen Kaliningrad und Rostock per Schiff transportiert werden. Dies verhindert lange Wartezeiten an der polnisch-weißrussischen Grenze und sichert so eine hohe Verlässlichkeit und kurze Transportzeiten für die meist sehr kapitalintensiven Güter.

Startete der Verkehr im April 2020 mit einem wöchentlichen Zug aus Xi’an, so läuft der Verkehr seit Mitte des vergangenen Jahres in beide Richtungen. Pro Anlauf werden aktuell bis zu fünf Züge am General Cargo Terminal verladen. Der Überseehafen Rostock fungiert dabei nicht nur als Umschlagpunkt, sondern auch als Sammel- und Verteilzentrum. Insgesamt wurden auf europäischer Seite bislang 23 Länder bedient, wobei Italien und Nordeuropa durch die etablierten Linienverbindungen die Hauptquell- und -zielpunkte sind.

Über den Hub Rostock erhalten China-Verkehre derzeit Anbindung zum Beispiel ins Ruhrgebiet, die Niederlande, Nordeuropa, Italien und Tschechien.

Umschlagergebnis Stückgut & Schwergut 2020

620.000 t

Stückgüter

 

Mit 620.000 Tonnen lag der Umschlag von wertschöpfungsintensiven Stückgütern stark über dem Vorjahresniveau (+ 9 %). Während die Verladung von Rohren und Windkraftanlagen zunahm und der Umschlag von Krananlagen auf Vorjahresniveau blieb, nahm die Umschlagmenge bei Blechen und Zink ab.

 

Flüssiggüter

Der Ölhafen verfügt über ein Tanklager mit einem Fassungsvermögen von 700.000 Kubikmetern, das für die Lagerung und für den Umschlag von Mineralölen wie Heizöl, Diesel und Ottokraftstoffen vorgesehen ist. Daneben werden auch Erdöl, Flüssigdünger und andere Flüssigprodukte umgeschlagen.

Er bietet Liegeplätze für sechs Tanker bis zu 100.000 tdw, bei einer Umschlagleistung von bis zu 6.000 Tonnen pro Stunde. Der Umschlag erfolgt auch per Kesselwagen, über zwei Pipelines (Schwedt, Böhlen) oder per Tankkraftwagen. 

Betreiber ist die Großtanklager Ölhafen Rostock GmbH, eine Tochterunternehmen der Euroports Germany GmbH. Sie ist Dienstleister für alle Mineralölfirmen, die über Rostock umschlagen.

Der Ölhafen ist auch Standort einer Biodieselanlage mit einer Jahreskapazität von 200.000 Tonnen Biodiesel und ca. 25.000 Tonnen Rohglycerin in Futtermittel-Qualität.

Umschlagergebnis Flüssiggüter 2020

19 Prozent unter dem Vorjahresniveau

aber Verzerrung des Umschlagergebnisses

 

Der Umschlag von Flüssiggütern lag mit 2,45 Millionen Tonnen etwa 560.000 Tonnen bzw. 19 Prozent unter dem Vorjahresniveau. Die durch landseitige Pipeline-Probleme hohen Rohölimporte von knapp einer Million Tonnen im ersten Halbjahr 2019 verzerren das eigentlich positive Umschlagergebnis etwas. So wurden 2020 mehr Rapsöl, Biodiesel, Heizöl und Rohbenzin (Naphtha) über die Kaikanten gepumpt.