Daten & Fakten zu Hauptgutarten

Im Jahr 2019 sind im Überseehafen Rostock insgesamt 25,7 Millionen Tonnen Güter umgeschlagen worden. Das entspricht einem leichten Zuwachs von 100.000 Tonnen gegenüber dem Vorjahresergebnis.

Fähr- und RoRo-Güter

Das Fährterminal verfügt über fünf Anleger. Der Liegeplatz 64 ist auch für die Abfertigung von Eisenbahnwaggons ausgerüstet. Vom Fährterminal führt eine Hochstraße direkt zu den Autobahnen A19/ A20.

Mit den in unmittelbarer Nähe gelegenen RoRo-Terminal mit vier Liegeplätzen und dem Terminal für Kombinierten Ladungsverkehr bietet der Hafen sowohl für die Linien- als auch für die Trampschifffahrt beste Abfertigungsbedingungen.

Ausbau und Modernisierung

Ausgebaut

Liegeplätze 62, 63

 

Um Schiffe mit einer Länge von bis zu 220 bzw. 250 Metern im Fähr- und RoRo-Bereich abfertigen zu können, wurden die Liegeplätze 62 und 63 seit Ende 2018 umgebaut. Durch die Erneuerung der Querkai am Hafenbecken A im Bereich des Liegeplatzes 50 werden auch hier künftig RoRo-Schiffe mit einer Länge von bis zu 250 Meter anlegen und umschlagen können.

 

Umschlag der Fähr- und RoRo-Güter 2019

16.2 Mio t

Gesamt-Umschlag

 

Bei der rollenden Ladung, den Fähr- und RoRo-Gütern, ging der Umschlag im Jahr 2019 leicht zurück. Insgesamt nahm die Menge um 700.000 Tonnen auf 16,2 Millionen Tonnen (minus 4 Prozent) ab.

Der Anteil rollender Fracht am Gesamtumschlag des Überseehafens Rostock betrug damit 63 Prozent.

 

Umschlag der Fähr- und RoRo-Güter 2019

125.306

Umgeschlagener Trailer

 

Die Zahl der auf den Fähr- und RoRo-Verbindungen von und nach Nordeuropa beförderten Lkw-Einheiten nahm ab: von 406.213 im Jahr 2018 auf 379.812 im vergangenen Jahr. Das ist ein Minus von 6,5 Prozent. Hingegen nahm die Anzahl umgeschlagener Trailer zu: von 124.236 auf 125.306 im zurückliegenden Jahr.

 

Umschlag der Fähr- und RoRo-Güter 2019

3 Prozent

Steigerung

 

Eine Steigerung um drei Prozent auf 554.000 im Vergleich zu 2018 war bei der Anzahl der beförderten Pkw und Wohnmobile zu verzeichnen. Mit der Anzahl von 2,5 Millionen beförderter Fährpassagiere auf den Linien nach Nordeuropa wurde in etwa das Vorjahresergebnis erreicht.

 

Eisenbahnwaggon

18 Prozent

Steigerung

 

Die Anzahl der Eisenbahnwaggons von und nach Trelleborg nahm erfreulicherweise stark zu: von 15.605 auf 18.388 (plus 18 Prozent). Der Überseehafen Rostock ist ein bedeutender Eisenbahnhafen an der deutschen Ostseeküste. Rund ein Fünftel aller im Hafen umgeschlagenen Güter werden per Bahn an- und abgefahren.

 

Papier und Zellulose

160.000 t

weniger 2019

 

Im Jahr 2019 wurden 735.000 Tonnen Papier und Zellulose im Überseehafen verladen und damit etwa 160.000 Tonnen weniger als 2018.

 

Kombinierter Ladungsverkehr

Das leistungsstarke Umschlagterminal für Schienen-, Straßen- und Schiffsgüter erstreckt sich auf etwa 70.000 Quadratmetern.

Insgesamt fünf Gleise werden durch zwei kurventaugliche Portalkräne bedient, jeder mit einem Gewicht von 500 Tonnen, einer Höhe von 35 Meter und einer Spannweite von 76,5 Meter. Der Hafenplatz Rostock ist damit für weitere Mengenentwicklungen bei der rollenden Ladung gerüstet.

Derzeit verkehren wöchentlich 30 Kombiverkehrszüge von und nach Verona (15) und Cervignano (3) in Italien, von und nach Brünn (3) und Lovosice (4) in der Tschechischen Republik, von und nach Wuppertal (3) und Halle/Schkopau (1) in Deutschland sowie Curtici (1) in Rumänien.

Sehr erfreulich ist die Entwicklung auf der südöstlichen Achse, die ein deutliches Wachstum in den letzten Jahren erfuhr und weiteres Potential bietet. Insbesondere nach Tschechien werden die Verbindungen weiter ausgebaut; so wird zum Beispiel ab Februar die Verbindung nach Lovosice um eine weitere wöchentliche Abfahrt verstärkt.

Umschlag intermodaler Ladeeinheiten

11,5 Prozent

Steigerung

 

Der Umschlag intermodaler Ladeeinheiten im Kombinierten Ladungsverkehr (KV) stieg im Jahr 2019 auf 87.000 Einheiten und damit um beeindruckende 11,5 Prozent.

 

Schüttgüter

An den Liegeplätzen 23 und 24 können täglich bis zu 20.000 Tonnen Kohle gelöscht werden. Der 270 Meter lange Liegeplatz 23 ist bis Ende 2019 erneuert worden. Im ersten Halbjahr 2020 wurden noch Flächen- und Gleisbauarbeiten sowie die Baggerung auf eine Wassertiefe von 14,50 Meter ausgeführt. Im Zuge der Baumaßnahmen wird die Flächenbelastbarkeit der Kaianlage von zwei auf fünf Tonnen pro Quadratmeter erhöht. Der Neubau und die Vertiefung des Nachbarliegeplatzes 24 wurde zwischenzeitlich EU-weit zur Planung ausgeschrieben. Für das Entladen von Seekies, Kalkstein, Splitt und Torf (Liegeplatz 22) werden Brückenkrane benutzt. Zentrum von Pier III ist eine Lagerfläche für 300.000 Tonnen Steinkohle. Über Förderbänder wird die Versorgung des benachbarten 500-MW-Steinkohle-Kraftwerkes garantiert. Am Liegeplatz 21 befinden sich eine Aufbereitungsanlage für Seekies und Lagerflächen für Baustoffe, Agrarprodukte, Dünger und andere Schüttgüter. Der Umschlag erfolgt mit einem Hafenmobilkran mit einer Hubleistung von bis zu 84 Tonnen.

Für Schüttgüter stehen im Hafen insgesamt 420.000 Quadratmeter Freilager und 55.000 Quadratmeter gedeckte Lager zur Verfügung.

Neben dem Umschlag von Kohle gehören vor allem Baustoffe, Düngemittel und Getreide zu den bedeutendsten Schüttgütern im Rostocker Hafen.

Schüttgutumschlag

2,5 Prozent

Steigerung

 

Der Schüttgutumschlag lag im Jahr 2019 mit insgesamt 5,9 Millionen Tonnen 2,5 Prozent über dem Niveau des Vorjahres. Insbesondere der Umschlag von Weizen und Gerste verzeichnete Zuwächse.

 

Stückgut & Schwergut

Stückgut

Pier II ist das Herz des Stückgutumschlags. Hier gehen vorwiegend Metalle, Forstprodukte und Projektladungen über die Kaikanten. Geprägt wird das Bild von Pier II vor allem durch den Umschlag von Windkraftanlagen.

Krananlagen mit einer Tragkraft von bis zu 100 Tonnen sorgen für den schnellen Umschlag von Gütern. Seit Mitte 2019 können hier durch den Einsatz von zwei neuen Hafenmobilkränen im Tandem Güter von bis zu knapp 300 Tonnen verladen werden. Des Weiteren stehen am Liegeplatz 16 drei Kräne zum Be- und Entladen bereit, die wahlweise mit Haken oder Greifern ausgerüstet werden können. Hier werden unter anderem auch Bleche und Rohre für die EEW Special Pipe Construction GmbH umgeschlagen.

Drei solide Kaihallen von je 360 Meter Länge, die über einen land- und wasserseitigen Gleis- und Straßenanschluss verfügen, werden für den Umschlag und die Lagerung genutzt. Insgesamt stehen im Seehafen Rostock 600.000 Quadratmeter Freiflächen sowie 120.000 Quadratmeter gedeckte Lager für Stückgüter zur Verfügung.

 

Schwergut

Der Hafen verfügt mit den Liegeplätzen 10, 25 und 15 über drei Liegeplätze für den Umschlag besonders großer und schwerer Güter. Im Bereich des Liegeplatzes 15 wurden die Schwerlastflächen durch die ROSTOCK PORT GmbH weiter ertüchtigt. Hier entstand ein spezieller Kai mit schwerlastfähiger Schienenfahrbahn für einen Kran der Firma Liebherr mit einer Hubleistung von bis zu 1.600 Tonnen, der Mitte 2019 in Betrieb ging. Damit verbessern sich die Möglichkeiten für den Umschlag extrem schwerer Projektladungen, aber auch die Attraktivität des Standortes für weitere Ansiedlungen von Unternehmen für die Produktion und Montage von Schwergütern.

Umschlagergebnis Stückgut & Schwergut 2019

570.000 t

Stückgüter

 

Mit 570.000 Tonnen lag der Umschlag von wertschöpfungsintensiven Stückgütern leicht über dem Vorjahresniveau. Während vor allem die Verladung von Blechen, Windkraftanlagen und –flügeln zulegte und auch die Bilanz bei Zink und Krananlagen besser als im Jahr 2018 war, wurden weniger Rohre über die Kaikanten gehievt.

 

Flüssiggüter

Der Ölhafen verfügt über ein Tanklager mit einem Fassungsvermögen von 700.000 Kubikmetern, das für die Lagerung und für den Umschlag von Mineralölen wie Heizöl, Diesel und Ottokraftstoffen vorgesehen ist. Daneben werden auch Erdöl, Flüssigdünger und andere Flüssigprodukte umgeschlagen.

Er bietet Liegeplätze für sechs Tanker bis zu 100.000 tdw, bei einer Umschlagleistung von bis zu 6.000 Tonnen pro Stunde. Der Umschlag erfolgt auch per Kesselwagen, über zwei Pipelines (Schwedt, Böhlen) oder per Tankkraftwagen. 

Betreiber ist die Großtanklager Ölhafen Rostock GmbH. Sie ist ein neutraler Dienstleister für alle Mineralölfirmen, die über Rostock umschlagen.

Der Ölhafen ist auch Standort einer Biodieselanlage mit einer Jahreskapazität von 150.000 Tonnen Biodiesel und 18.000 Tonnen Glycerin.

Umschlagergebnis Flüssiggüter 2019

30 Prozent

Steigerung

 

Der Umschlag von Flüssiggütern lag mit 3 Millionen Tonnen etwa 700.000 Tonnen bzw. 30 Prozent über dem Vorjahresniveau. Insbesondere die Rohölimporte im ersten Halbjahr 2019 trugen zum außerordentlichen Ergebnis bei. Im vergangenen Jahr wurde in Rostock mehr Gasöl umgeschlagen, aber weniger Rohbenzin (Naphtha).