A grey heron stands in shallow water amidst a green reed landscape in the Diedrichshäger Moor project.

Diedrichshäger  Moor

Allgemeines

Mit der Aufwertung des Diedrichshäger Moores hat die ROSTOCK PORT GmbH Ende 2018 eine der anspruchsvollsten und umfassendsten Ausgleichsmaßnahmen in der Firmengeschichte abgeschlossen. Drei Millionen Euro wurden in das Naturareal investiert, das sich westlich der Stadtautobahn zwischen nördlicher Grenze von Rostock-Lichtenhagen und südlichem Ortsrand von Warnemünde erstreckt.

  • Bestandteil des Rahmenplanes Überseehafen Rostock aus 10/2002
  • Auflage zur Baureifmachung Pier 3 Nord als Kompensationsmaßnahme
  • Die Notwendigkeit eines Planfeststellungsverfahrens verhinderte jedoch die Umsetzung im Zuge dieser Maßnahme.
  • Planung 2003 - 2006
  • Planfeststellungsverfahren 2007/2008
  • Planfeststellungsbeschluss (Baugenehmigung) liegt seit 04/2009 vor für eine Naturschutzfachliche Kompensationsmaßnahme für eingriffsrelevante Bauvorhaben im Zuge der Hafenentwicklung/-erweiterung ohne direkte Bindung an eine Baumaßnahme (Ökomaßnahme) 

Chronik

Zeitraum

 

10/2002

Diedr. Moor wird unter Bezug auf die kommunale Umweltverträglichkeits-untersuchung im Rahmenplan Überseehafen Rostock der HRO (2003 bis 2006) als mögliche Kompensationsmaßnahme für Hafenentwicklungen genannt

04/2003

Genehmigungsbescheid „Baureifmachung Pier 3 Nord“ an die HERO mit Diedr. Moor als ein Bestandteil der Naturschutzrechtlichen Auflagen

2003 - 2005

Grundlagenermittlung und Vorplanung i.A. HERO (u.a. „Hydrologisches Jahr“)

01/2005 - 02/2005

Öffentliche Vorstellung der Maßnahmenplanung im Ortsbeirat Lichtenhagen sowie im Ortsbeirat Warnemünde/Diedrichshagen

04/2005

Beauftragung Entwurfs-/Genehmigungsplanung durch die HERO

05/2005

behördliche Feststellung der Erforderlichkeit eines Planfeststellungsverfahrens

- Die Ausführung der Maßnahme konnte somit nicht mehr zeitgerecht für den naturschutzrechtlichen Ausgleich der Baureifmachung Pier 3 Nord genutzt werden.

06/2005

- Ämterrunde (StAUN heute StALU, AfSNL, AfU, THBA, HERO, Planer)

- Festlegung der Ausarbeitung eines neuen Maßnahmenkataloges für den naturschutzrechtlichen Ausgleich zur Baureifmachung Pier 3 Nord

- Entscheidung der HERO zur Durchführung des Planfeststellungsverfahrens

09/2005

Änderungsbescheid zum naturschutzrechtlichen Ausgleich Pier 3 durch Alternativmaßnahmen und anschließende Umsetzung der Maßnahmen

11/2006

Antrag HERO auf Planfeststellung „Aufwertung Diedr. Moor“

2007 bis 2009

Planfeststellungsverfahren mit Planfeststellungsbeschluss

06/2013

Entscheidung der HERO zur Durchführung der Maßnahme als Ökokontomaßnahme gemäß § 16 Bundesnaturschutzgesetz

ab 07/2013

Aktualisierung der Planungsunterlagen und Beginn der anteiligen Ausführungsplanung

03/2014

Zustimmung der zuständigen untere Naturschutzbehörde zur Durchführung der Ökokontomaßnahme gemäß Antrag der HERO

04 - 07/2014

Beginn der Maßnahme durch Umsetzung von Teilmaßnahmen (u.a. Maßnahme B5 Grabenverschluss, Aufstellung Bauinformationstafel)

Randbedingungen/ Planungsvorgaben

Betroffenheit

Auf Grundlage der Betroffenheiten ergab sich als grundsätzliche Planungsvorgabe die „…Beibehaltung des Entwässerungssystems außerhalb der Maßnahmeflächen…“
Die Vorgabe ist im Planfeststellungsbeschluss verankert.

Geografische Bezug

Der niedrigste Punk liegt im Ortsteil Warnemünde (Diedrichshäger Moor) mit etwa 1,5 Meter unter dem Normalhöhennull.

Der höchste Punkt in Rostock liegt im Ortsteil Biestow (Biestow-Ausbau, Friedrichshöhe) mit etwa 49 Meter über dem Normalhöhennull.

Eigentumsverhältnisse

Die Maßnahmen befinden sich ausschließlich auf städtischen Flächen.

Unmittelbare Planungsgrundlagen

Aufwertungsmaßnahmen

Aufwertung von geeigneten Teilflächen

Kriterien:
Flächenverfügbarkeit (keine Privatflächen)
Moormächtigkeit
Hydrologische Bedingungen
Hydrologisches und moorökologisches Aufwertungspotential 

Ausweisung von vier Teilflächen, die entsprechend ihrer Ausstattung unterschiedlich zu behandeln sind.

Teilfläche A: 11,5 ha

Maßnahme:
- Lokale Wasserstandsoptimierung durch Grabenregulierung

Entwicklungsziel:
- Feucht-/Nassgrünland mit extensiver Nutzung

Teilfläche B: 22,1 ha

Maßnahme
- Wiederherstellung naturnaher Wasserverhältnisse durch Oberflächengestaltung
- Entfernen des degradierten Bodenhorizonts
- Schaffung einer Insel-Senken-Struktur

Entwicklungsziel
- Entwicklung von torfbildenden Pflanzengesellschaften
- Mesotrophe Röhrichte
- Freie Wasserflächen
- Sukzession/Pflege

Teilfläche C: 8,5 ha

Maßnahme
- Anpassung der Geländeoberfläche mit Reliefbildung
- Entwicklung von Feuchtflächen und Wasserflächen

Entwicklungsziel
- Mesotrophe Röhrichte
- Freie Wasserflächen

Teilfläche D: 6,4 ha

Maßnahme
- Wasserstandsoptimierung durch Verschluss von Feldgräben
- Bepflanzung

Entwicklungsziel
- Pufferstreifen
- Standorttypische Gehölzgruppen

Beweissicherung/Nachmonitoring

a) bautechnisch

Bestandsdokumentation
Setzungspegel an ausgewählten Standorten

b) hydrologisch

14-tägige Pegelmessungen, mind. 3 Jahre

c) ökologisch

Floristische Vegetationsaufnahmen - Dauerquadrate (3 Jahre)

Faunistische Aufnahmen:

  • Brut-/Rastvögel (3 Jahre)
  • Amphibien/Reptilien (3 Jahre)
  • Laufkäfer (1x vor, 3x nach Realisierung)

Pflegemaßnahmen zur Biotopentwicklung

Mahd von Teilflächen (zunächst 3 Jahre)

Termine/ Zeitlicher Ausblick

Termine

Das Monitoringprogramm beinhaltet Kontrollen der Wasserverhältnisse sowie der Tier- und Pflanzenwelt in den ersten 3 Jahren bzw. in Teilen jeweils im 3., 5. und 10. Jahr nach Beendigung der Bauausführung (2019; 2020; 2021; 2023; 2028). 

   

Monitoring Pflanzenwelt und Laufkäfer

2021 – 2029

Abnahme der Ökokontomaßnahme

November 2019

Beauftragung Staubewirtschaftung (RP)

2019

Start Monitoring Vögel & Amphibien

2019 - 2021/ 2022

Start Monitoring Wasser

2018 - 2021

Beendigung Monitoring/Beweisssicherung Wasser (Bauphase)

Oktober 2018

Entwicklungspflege Geländemodellierung (B1(C1) u. Pflanzungen (D6)

2019

Rückbau der Baustellenzufahrt

2019

Fertigstellung Bodenverbringung

Frühjahr 2018

Vorstellung der Maßnahme auf dem Rostocker Naturschutztag

Januar 2018

Weiterende Gespräche mit Umweltverbänden und Behörden

2017

Errichtung der Stauanlagen (A3- A5 und B4)

2017

Ergänzung der Nullanalyse der Käferkartierungen

2017

Bodenverbringung anteilig (B1/C1)

2016

Geländemodellierung/Bodenabtrag Flächen B und C (B1/C1)

2016

Grabenverfüllungen (B2+B3), Grabenverschlüsse (D1-D5)

2016

bautechnische Beweissicherung/Bestandsdokumentation

2016

Errichtung Baustellenzufahrt an der B 103

2015

Grabenverschluss Fläche A (A1)

2015

Grabenumverlegung Fläche A (A2)

2015

Kampfmittelsondierungen, einschließlich Beräumungen

2014/2015

Gehölzpflanzungen Fläche D (D6)

2014/2015

2014/2015 Vorbereitende Mah

2014/2015

2014 Grabenverschluss (B5)

2014

2014 Aufstellung Bauinformationstafel

2014

Nullanalyse/Bestandserfassung Käferkartierungen (2011 Abbruch wegen Sommerhochwasser)

2011/2013//2014

Abschluss Nutzungsvertrag mit der Hansestadt Rostock

2013/2014

Was sind Ökokontomaßnahmen?

Mit Inkrafttreten des neuen Naturschutzausführungsgesetzes Mecklenburg-Vorpommern wurde auf Grund-lage des neuen Bundesnaturschutzgesetztes im Jahr 2010 auch in Mecklenburg-Vorpommern der Weg geebnet, für gesetzlich vorgeschriebene Ausgleichsmaßnahmen bei Eingriffen in die Natur und Landschaft so genannte Ökokonten einzurichten. Damit reagierte der Gesetzgeber auf das sich häufende Problem, dass bei unvermeidbaren Beeinträchtigungen der Natur und des Landschaftsbildes etwa durch Schaffung von Gewerbeflächen oder durch die Gewinnung von Bodenschätzen nicht zeitnah zu den Eingriffen adäquate Ausgleichsmaßnahmen deklariert und umgesetzt werden konnten.
Ökokonten ermöglichen es, zeitlich und in der Bewertung unabhängig von etwaigen Eingriffen in die Natur und Landschaft geeignete Ausgleichsmaßnahmen vorfristig zu planen und umzusetzen. Diese werden nach ihrer Anerkennung auf einem Ökokonto gutgeschrieben. Bei künftigen Eingriffen in die Natur und Landschaft können von den vom Landesamt für Umwelt, Naturschutz und Geologie (LUNG) verwalteten Ökokonten adäquate Ausgleichsmaßnahmen abgebucht werden. Auf diese Weise ist gesichert, dass unvermeidbare Beeinträchtigungen von Natur und Landschaft in Umfang und Intensität durch Naturschutzmaßnahmen kompensiert werden.


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